Ein Streit mit Folgen

Neben Burg Dinklage verfügte die gräfliche Familie von Galen über einen zweiten Hauptsitz. Ebenso wie Burg Dinklage ist das Haus Assen im vergangenen Jahrhundert  durch Schenkung an eine Organisation der katholischen Kirche übergegangen.

Beide Häuser gelangten durch Heinrich von Galen (1609-1694) unter Mithilfe seines Bruders, des  Fürstbischofs Christoph Bernhard, der als „Bommen Bernd“ in die Geschichte einging, in den Besitz der Familie. Ursprünglich war dieses Adelsgeschlecht in Gahlen an der Lippe ansässig: lebte. Der Vater der beiden Brüder, Dietrich von Galen (1568-1645) bewohnte  Haus Bisping bei Rinkerode im Westfälschen, Besaß aber auch wie schon seine Vorfahren Ländereien in Kurland.

Gerhard_IV._von_Morrien,_Molthane,_c._1605Im Davert, einem Waldstück zwischen der Morrienschen Besitzung Davensberg und dem Galenschen Haus Bisping im Münsterland kam es am 6. Februar 1607  zu einem Streit zwischen galenschen Jägern  und Söldner seines Nachbarn des Erbmarschalls Gerd von Morrien. Das Aufeinandertreffen, das vermutlich durch Morrien gezielt inszeniert worden war geriet zu einer heftigen Rauferei, in deren Verlauf einige der Männer Dietrichs verletzt worden waren. Auch hatten die Söldner Morriens  Ihnen einige Jagdhunde weggenommen. Mehrfach hatte Dietrich von Galen den Gerd von Morrien zur Herausgabe der Hunde und sogar zum Zweikampf aufgefordert, als es am 17. Juli 1607 auf dem Domplatz zu Münster zu der folgenschweren Begegnung der beiden Kontrahenten kam.

Dietrich, nach einem Gelage  zu Ehren des Namenstages seines Bruders, des Domherrn Heinrich von Galen schon reichlich alkoholisiert ging Gerd von Morrien mit wüsten Beschimpfungen an. Das nun folgende Degengefecht endete für Gerd von Morrien tödlich. Dietrich musste fliehen, wurde aber am folgenden Tag bei Drensteinfurt gefasst und auf der Burg Bevergern festgesetzt. Der nun von Adolpha von Ketteler, der Witwe des getöteten, angestrengte Prozess zog sich über 12 Jahre hin. Ein zwischenzeitlicher  Fluchtversuch Dietrichs von Burg Bevergern scheiterte.  So wuchs der ältester Sohn Christoph Bernhard bei seinem Onkel, dem Domherrn  Heinrich von Galen auf, und wurde von Jesuiten erzogen. Damit war seine spätere kirchliche Laufbahn bereits vorbestimmt.

Die Haftbedingungen  waren für Dietrich nicht besonders streng. So zeugte er mit seiner Frau Catharina von Hoerde neben seinem Sohn Heinrich noch 4 weitere Kinder im Verlauf seiner Gefangenschaft. Obwohl 1619  endlich freigesprochen und  aus der Haft entlassen, gab Adolpha von Ketteler keine Ruhe und erhob erneut Klage vor dem Reichskammergericht. Für Dietrich wurde nun der Boden im Münsterland zu heiß und er zog sich auf seine Güter in Kurland zurück, wo er mitten im 30-jährigen Krieg 1645 starb.

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Heinrich Reichsfreiherr  von Galen 1609- 1694 Drost von Vechta

Nach dem Tod des Vaters und dem Verkauf der kurländischen Güter hatte nun Heinrich von Galen, der bereits 1641 vom damaligen münsterschen Fürstbischof Ferdinand I. von Bayern mit der Aufgabe, für die Rekatholisierung zu sorgen, als Drost  nach Vechta entsandt worden war, die finanziellen Mittel um nach und nach, neben dem Haus Assen in Lippborg  auch die Dinklager Burgen, die dazugehörigen Ländereien zu erweben.

 

Dass die  damaligen Herren von Dinklage durch hohe Prozesskosten und Erbstreitigkeiten  in große finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, spielte Ihm dabei in die Karten. Eine der Ursachen für deren Misere lag im ausschweifenden Leben der  Margarethe von Steding, der Ehefrau Johann von Dinklages.die sogar ihr Stiefschwiegervater öffentlich als Hure und Ehebrecherin beschimpfte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Impressionen von Haus Assen

 

 

 

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