„…des bey straffe verbottenen musicieren und tantzens…“

Seit der Ort am 29.07.1677 durch Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen den Status der „Herrlichkeit“ erhalten hatte, galten in Dinklage zum Teil eigene Verordnungen. Diese zu erlassen war stets der Graf  von Galen  aus der Dinklager Linie, der gleichzeitig auch Erbkämmerer des Fürstbistums und Drost  des Amtes Vechta war, berechtigt.

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Reichsfreiherr  Graf Clemens August von Galen 1748-1820

 

Mitunter bedeuteten solche Erlasse für die Dinklager auch Verschärfungen der im Land bestehenden Verordnungen. Dabei  arbeitete der jeweilige Graf von Galen oft im Interesse der katholischen Kirche.  So erließ Clemens August Reichsfreiherr von Galen, obwohl er als Freimaurer durchaus aufklärerisches Gedankengut angenommen hatte 1782 eine Verordnung, die  den Ausschank von Alkohol, das Musizieren, Tanzen und das Würfelspiel während des Hochamts an Sonn- und Feiertagen untersagte. Dies galt auch für die gesamte Osterzeit von Palmsonntag bis zum Weißen Sonntag, denn während dieser Zeit war für die Katholiken der tägliche Kirchbesuch verpflichtend.

erlass

Erlass  vom 7. 10.1782 durch C.A: Freiherr von Galen

Im Jahre 1817 verschärfte Clemens August von Galen (Urgroßvater des Kardinal von Galen) seinen Erlass nochmals.  Von da an hatten die Wirtshäuser an Sonn-und Feiertagen bereits um 10 Uhr zu schließen. Andernfalls drohten nicht nur dem Wirt, der bei mehrmaligem Verstoß sogar seine Konzession verlieren konnte, sondern auch den Gästen empfindliche Strafen.

Verkündet wurden solche Verordnungen und andere Bekanntmachungen damals nach der Messe von der Kanzel.  Erst nach den Bekanntmachungen folgte dann die Predigt des Pastors. Allein diese konnte dann durchaus nochmal über eine Stunde dauern!

So durfte es natürlich nicht verwundern, dass eine größere Anzahl von Gläubigen die Messe bereits nach den Bekanntmachungen verließ.   Darüber beklagte sich denn auch 1814 der damalige Pastor Varelmann bei der bischöflichen Behörde.  Diese zeigte Verständnis und gestattete Ihm, fortan die Predigt nach dem Evangelium  halten zu dürfen.

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