Dinklager Klassenfotos 1931-1976

Bei den beiden Fotos aus den 1970er Jahren handelt es sich um Aufnahmen meiner eigenen Schulklasse. Der Enlassjahrgang der Volksschule zeigt die Klasse meines Vaters Heinrich Kröger. Das Foto von 1931 ist von Tragik geprägt. Viele dieser Jungen sind vermutlich im 2. Weltkrieg gefallen  oder haben dieses Trauma zeitlebens nicht vergessen können.

Wer sich oder andere Personen erkennt darf die Bilder gern kommentieren oder uns eine Nachricht senden. Auch die Einsendung weiterer Dinklager  Klassenfotos ist sehr erwünscht!

 

125 Jahre St. Anna Hospital 1977

Aus Anlass des 125 jährigen Bestehens des Dinklager Krankenhauses fand am 28.8. 1977 auf dem Jahnplatz eine Art Pfarrkirmes statt. Die Dinklager Vereine beteiligten sich mit ganz unterschiedlichen Ständen und Darbietungen an diesem Fest. Ein Fußballspiel des Gemeinderats gegen den Pfarrgemeinderat gehörte ebenso zum Festprogramm  wie folkloristische und reiterliche Darbietungen. Brieftauben- und Luftballonstart, eine Verlosung von Kleintieren und eines Schweins, Verkaufs- und Spielstände sorgten auf der gut besuchten Veranstaltung für Unterhaltung. Für Erfrischungsgetränke und das leibliche Wohl der Besucher war ebenfalls bestens gesorgt. Der Erlös der Veranstaltung kam dem Krankenhaus zu Gute.

Einfallsreich

erwies sich auch die Freiwillige Feuerwehr Dinklage mit ihrem Modell des brennenden Krankenhauses. Hier galt es,  die um Hilfe schreienden Schwestern mittels Wasserstrahl zu „retten“.

Dass auch den Erbauern die gelungene Umsetzung ihrer Idee große Freude bereitet hat, ist auf den Bildern unschwer zu erkennen. Ob sich die Nonne, die im ersten Bild ihr Glück versucht, nicht auch insgeheim eine Karriere bei der Feuerwehr gewünscht hat, ist nicht überliefert. Was die wenigen Bilder aber zeigen ist, dass man den 70 er Jahren noch mit einfachen Lustbarkeiten reichlich Publikum begeistern konnte.

Das am folgenden Tag noch ein Festakt mit geladenen Gästen im Kolpinghaus stattfand, sei hier nur am Rande erwähnt. Die dort vorgebrachte Lobrede des Sozialministers Herrmann Schnipkoweit konnte allerdings nicht verhindern, dass das Krankenhaus langfristig in seiner damaligen Form nicht zu halten war.

 

Aus der Luft gegriffen

Einige dieser Luftaufnahmen  von Dinklage wurden uns freundlicherweise von Reinhold Klumpe zur Verfügung gestellt. Überwiegend handelt es sich bei den Bildern um Postkartenmotive. Alle uns verfügbaren Postkarten finden Sie hier. KLICK

 

Heute vor 110 Jahren: Der Doonportenbrand

Am Abend des 01.02. 1909 war die sogenannte „Doonporte“ (Totenpforte) in Brand geraten.  Das Haus, das auch als Leichenhalle und zur Unterbringung von Gerätschaften der Feuerwehr diente, befand sich auf dem Parkplatz vor der Kirche.

 

Bei dem Brand wurden folgende Häuser ein Raub der Flammen (in den Zeichnungen  von rechts nach links  :

Szaomels-Böckmann , (jetzt Ürker,Schumacher),Schade , Nietfeld (Flickers), Doonporten, Finken, Goldschmied Diekstall, Schuster Blücher (Arnoldus)

Das alte Haus Schemde  blieb stehen. Nicht wieder aufgebaut wurden Die Doonnporten und das Haus Nietfeld.

 

Der Hochzeitsbitter

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Willi Thomann in Wulfenau

Zu den innerhalb einer Nachbarschaft festgesetzten Pflichten gehörte es, dass der erste Nachbar bzw. Nachbarsjunge die Hochzeitsgäste persönlich einlud. Die klassische Bekleidung des Hochzeitsbitters bestand aus Frack und Zylinder.  Der Hochzeitsbitter kam zu Fuß mit Stab oder mit einem mit rotem und weißem Krepppapier geschmückten Rad.  Bei Jedem  Besuch trug er seinen Hohzeitsbitterspruch (in der Regel auf plattdeutsch) vor. Als sichtbares Zeichen, dass er seine Aufgabe erfüllt hatte wurde ihm dann ein buntes Band an seinen Hut, sein Rad oder an den Stab gebunden. Dieses Einladungssystem nahm meist mehrere  Wochen in Anspruch, denn natürlich ließen es sich die Verwandten und Bekannten des Brautpaares nicht nehmen, sich beim Hochzeitsbitter mit dem ein oder anderen Hochzeitsschluck zu bedanken.  Nach einigen Stationen war dann mitunter die Feinmotorik des Hochzeitsbitters so sehr strapaziert,  dass er seine weiteren Besuche verschieben musste.

Hochzeitsbitter in Schwege

Hochzeitsbitterspruch

Van Brut un Bräütigam kumm ick her.

Gi schull’n komen mit Rad off tau Peer!

Hochtied holen dat is nich übel,

dat staht ja uck all inne Bibel.

Maria, Josef un Apostel allesamt

fierden Hochtied tau Kana in’t gelobte Land.

un lustig sind wi ale gern,

dann kann dei Hochtied prima weern.

Gi jungen Wichter krüllt jau Hoor,

dann fangt gi ’n Freund ganz ohn Gefohr.

Ower gi möt et nich owerdrieben,

dei Brutlüe willt dei wackersten blieben. 

Un nu schmückt mien Zilliner mit’n buntet Band,

dann treck ick wieder dör’t ganze Land.

Diese Variante habe ich dem Buch „Mien leiwet Langwege un siene Lüe“ von Paula Espelage entnommen. Weitere Versionen finden sich in  „Plattdütske Riemels“ von Werner Kuper.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Friedenstraße: Straßenfest 1990

Das Straßenfest der „Friedis“ 1990 stand unter dem Motto “ 70 Jahre Bauverein“. 70 Jahre zuvor waren die ersten Häuser an der Straße fertiggestellt worden.  So kamen in diesem Jahr auch viele ehemalige Bewohner der Straße zusammen und tauschten ihre Erinnerungen aus.  Überhaupt war die Nachbarschaft in den 1990 er Jahren in Sachen gemeinsamer Feiern sehr aktiv. Regelmäßig wurden Straßenfeste und Kohlessen abgehalten.  Immer wieder wurde dann  „An der Friedenstraße, am Schienenstrang, sind die Friedis zuhause…. “ nach der Melodie von „An der Nordseeküste“ angestimmt.

Hochzeitsbräuche: Böllern

In den frühen Morgenstunden des Hochzeitstages versammelten sich die Männer der Nachbarschaft um den Bräutigam mit Böllerschüssen zu wecken. Dieses war die unmissverständliche Aufforderung an ihn, das nötige hochprozentige Löschwasser bereitzustellen. Zum Böllern wurden Milchkannen oder selbst angefertigte, am unteren Ende verschlossene und mit einem Zündloch versehene Eisenrohre verwendet. In diese wurde nun Schwarzpulver oder Karbid eingefüllt. Dann stopfte man mittels eines Holzpflocks Zeitungspapier hinein und brachte die Ladung durch das Zündloch zur Detonation. Da sich das Böllern über den ganzen Tag hinzog, war dies  auch wegen des fortschreitenden Alkoholgenusses keine ganz ungefährliche Angelegenheit.

Später verwendete man spezielle Standböller. Heute wird dieser  alte Brauch nur noch selten durchgeführt, da das Böllerschießen dem Sprengstoffgesetz unterliegt und entsprechende Nachweise und Genehmigungen erfordert. Auch weil heutiges Böllern in der Regel einen Shitstorm in den sozialen Medien hervorruft ist es praktisch nicht mehr durchführbar.